Unvergessliche Tage in unserer Partnerstadt

Der Empfang in Cestas erfolgte durch die Mitglieder des „Comité de Jumelage“ und die

gastgebenden Familien mit großer Herzlichkeit. Snacks und Erfrischungen wurden gereicht

und kurze Begrüßungsreden gehalten. Dann ging es weiter in die Familien – Waltraud

Kühn und Fritz Terplak zu Bernadette und Hubert Delestraint, Reinhold und Eva Kegel zu Nicole und Claude Thermes. Man kannte sich von vielen Begegnungen, der Abend verlief dementsprechend sehr entspannt mit angenehmen Gesprächen und gutem Essen.

Die französischen Organisatoren, allen voran das Ehepaar Darnaudéry, Philipp Lartigue, Johannes Wiechert und Françoise Laissu, hatten für die nächsten zwei Tage Ausflüge an den Atlantik vorbereitet, bei den hochsommerlichen Temperaturen sicher keine schlechte Idee. Am Freitag ging es nach Petit-Nice, am „Bassin d’Arcachon“, in der Nachbarschaft der berühmten Dune de Pyla, der höchsten Wanderdüne in Europa.

Picknick im Pinienhain bei der Dune de Pyla

Kilometerlange Sandstrände luden zu einem Bad im Meer oder auch einfach zu einer

Strandwanderung ein. Höhepunkt war jedoch das Picknick in einem nahegelegenen Pinienwäldchen. Schnell waren Tische und Campingstühle aufgebaut und die Gastgeber packten die mitgebrachten Leckerbissen aus.

Am Samstag führten uns die Organisatoren an die Gironde, dem Zusammenfluss von

Garonne und Dordogne. In St. Dizant du Gua bewunderten wir zunächst das Chateau

de Beaulon, erbaut um 1480 von der Familie de Vinsons in den Anfängen der Renaissance,

jedoch noch stark durch den gotischen Stil beeinflusst. Zum Schloss gehört ein großer

halbkreisförmiger Park mit den „Fontaines Bleues“, natürliche Quellen in übernatürlichem Blau.

Nach dem Rundgang durch den Park wurden wir vom derzeitigen Besitzer des Schlosses

zu einer „dégustation de cognac et de pineau“ eingeladen, allerdings wie im Film Die

Feuerzangenbowle nur zu einem „winzig kleinen Schlöckchen“.

Letztes Ausflugsziel war Talmont-sur-Gironde, eine kleine Gemeinde mit weniger als 100 Einwohnern, aber mit einer bis in die Römerzeit reichenden Geschichte und einer

sehenswerten romanischen Pfarrkirche (Sainte Radegonde) aus dem 11. Jahrhundert. Diese befindet sich auf einer Uferklippe des Mündungstrichters der Gironde. Der angeschlossene Seemannsfriedhof (Cimetière marin) verdeutlicht die Schattenseiten des Seemannslebens: Neben tatsächlichen Gräbern finden sich hier auch viele Kenotaphe

– Scheingräber für die nicht mehr heimgekehrten Seeleute. Bis in die 1950er Jahre war der

Friedhof unterteilt in einen katholischen und einen protestantischen Bereich.

Als wir zur Besichtigung durch die Kirchentür eintraten, empfing uns zu unserer Überraschung ein Priester in vollem Ornat und freute sich über die deutschen Gäste. Sehr bald zeigte sich jedoch, dass er nicht auf uns gewartet hatte, sondern auf ein Hochzeitspaar

samt der vielen Hochzeitsgäste.

Die Kirche ist für solche Anlässe sehr beliebt.

Sonntag in den Familien

Waltraud Kühn und Fritz Terplak verbrachten den Sonntag, 01.Juli, zuhause in der Gastfamilie. Bei 39 Grad suchten sie Schatten – den sie letztendlich mit dem Hausherrn mit viel Mühe hergestellt haben. Mit einigen Rollen Strohmatten, die sie auf dem Stahlgerüst der Terrasse festgebunden haben, das heißt, Leiter hinauf und hinunter, darüber ein großes Leintuch gespannt –– dann hatten sie Schatten. Es wurde ein recht vergnüglicher

Nachmittag.

Claude und Nicole scheuten die Sonne nicht und schlugen uns einen Ausflug nach Bordeaux vor, was wir gerne annahmen. Sie parkten das Auto an der kilometerlangen Promenade entlang der Garonne und suchten zunächst eines der

vielen neu entstandenen Restaurants auf, unter einem riesigen Sonnenschirm.

Unser erster Eindruck: Bordeaux ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht und zu einer sehr lebenswerten Stadt geworden. Trotz der Hitze waren die Cafés und Restaurants am Ufer der Garonne stark belegt, die zahlreichen Geschäfte konnten sich nicht über mangelnde

Kundschaft beklagen.

Blickfang zunächst der „Pont Jacques Chaban-Delmas“, eine vor 5 Jahren eröffnete Brücke, deren Mittelteil für die Durchfahrt der Kreuzfahrschiffe angehoben werden kann. Vorbei am „Miroir d‘eau (Wasserspiegel) schlenderten wir zur funkelnagelneuen „Cité du Vin“ (Stadt des Weins), die uns mit einer riesigen Weinkaraffe begrüßte. Bei freiem Eintritt kann man

hier auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern alles über den Wein erfahren und von der

Aussichtsplattform einen Blick von oben auf Bordeaux werfen.

Standardbild
Erhard Wetzel
Mitgliederverwaltung / Orga / Projekte
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