Licata wird Reinheims vierte Partnerstadt

Delegation aus Sizilien im Gespräch mit den Parlamentsfraktionen und dem Magistrat.

Die Zeichen stehen auf Verschwisterung. Nicht mehr über das Ob, sondern bereits über das Wann wird jetzt nachgedacht. Reinheim erhält mit der sizilianischen Hafenstadt Licata eine vierte Partnerstadt. Was sich in den letzten Jahren schon abzuzeichnen begann, ist seit Mittwoch Gewissheit.

Mit der 43 Personen zählenden Delegation aus Sizilien waren auch acht Mitglieder des Stadtrats von Licata sowie der stellvertretende Bürgermeister Giovanni Peritore und Stadtverordnetenvorsteher Giuseppe Ripellino nach Reinheim gekommen. Sie trafen sich auf Einladung von Bürgermeister Karl Hartmann im Reinheimer Rathaus mit den Spitzen der Parlamentsfraktionen sowie dem fast vollzählig angetretenen Magistrat und Vertretern des Partnerschaftsvereins zu einem Gespräch, in dem es um die künftige Entwicklung der Beziehungen beider Städte ging. So zumindest die Vorgaben aus Reinheimer Sicht.

Die Italiener überraschten mit ihren schon sehr konkreten Vorstellungen und weit gediehenen Vorarbeiten. So konnte Giovanni Peritore mitteilen, dass das Parlament in Licata im Januar den Beschluss gefasst hat, sich mit Reinheim zu verschwistern, dieses Vorhaben mittlerweile auch von der Provinzregierung in Palermo abgesegnet sei. Einen entsprechenden Beschluss des Reinheimer Parlamentes wünschten sich die Sizilianer noch bis zum Herbst dieses Jahres, damit sie bei der Aufstellung ihres Budgets dies berücksichtigen können.

Für Licata ist dies die erste Partnerschaft, während Reinheim bereits mit Cestas in Frankreich, Sanok in Polen sowie Fürstenwalde in Brandenburg verschwistert ist. Diese Erfahrungen soll Reinheim, so der Wunsch aus Licata, bei den Vorbereitungen der nun kommenden offiziellen Schritte einbringen.

„Licara hat den ersten Schritt schon getan, in Reinheim wird das parlamentarische Prozedere nun in Gang gebracht“, so Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiligenthal. Wichtig sei dabei, dass die Bürger und vor allem die Jugend teilhaben an der künftigen Partnerschaft. Bürgermeister Karl Hartmann richtete den Blick nach vorne, sprach von möglichen Terminen, von Organisatorischem und vor allem auch über die Inhalte der künftigen Partnerschaft. Hier war es ihm wichtig, dass es die Bürger sind, die diese Partnerschaft tragen, damit nicht nur ein Austausch von Mandatsträgern stattfinde.

“Die Beziehung von Mensch zu Mensch muss im Vordergrund stehen, damit wir nicht einen Tourismus auf neuer Ebene schaffen”, so Hartmann. Wichtig sei es daher, dass – wie bei Reinheims anderen partnerschaftlichen Begegnungen bereits praktiziert – die Gäste immer in Familien untergebracht werden.

Den Licatesen bot Hartmann die Mitwirkung der Stadtjugendpflege an, brachte die tri-nationalen Camps und Tandemsprachkurse als Beispiel ein. Außerdem regte er die Gründung eines Partnerschaftsvereins in Licata an. Dazu war zu erfahren, dass man dort bereits eine Satzung ausgearbeitet hat, die Vereinsgründung bevorstehe.

Die Vertreter der Reinheimer Fraktionen von SPD, CDU und DKP sprachen sich einmütig dafür aus, dass jetzt das parlamentarische Verfahren in Gang gesetzt werde, an dessen Ende der Beschluss zur Partnerschaft stehen werde. Dieser Beschluss soll bereits in der ersten Sitzung nach der Sommerpause am 22. August 2001 gefasst werden. Dann könnten an Ostern und im Sommer die Feierlichkeiten in den Städten über die Bühne gehen.

Bürgermeister Karl Hartmann sprach abschließend von einem offenen und konstruktiven Gespräch mit messbaren Ergebnissen. Er und auch Stadtverordnetenvorsteher Harald Heiligenthal seien sich sicher, schon bald in offizieller Mission nach Licata zu kommen. Und einer der sizilianischen Stadträte formulierte seine Erfahrungen aus dem Aufenthalt in Reinheim so: ” Der Besuch hat viele Kontakte gebracht, die Verschwisterung hat – ungeachtet der noch ausstehenden Formalitäten – längst stattgefunden”.

Dieter Schieck

Standardbild
Reinhold Kegel

1. Vorsitzender

Artikel: 3