Bericht von Johannes Wiechert: Wieso lebe ich gerne in Cestas?

Das starke und intensive Vereinsleben in Cestas und jeder kennt fast jeden. Man trifft sich oft beim „Vin d’honneur“ (Sektempfang) bei der Eröffnung von unterschiedlichen Veranstaltungen.  Am Sonntagmorgen ist ein wichtiger Termin für die Cestaner: Man trifft sich auf dem Markt, wo man nur etwas Gemüse und Austern holen wollte und zwei Stunden später ist man immer noch auf dem Reinheim Markt.  

Der enge Kontakt der Menschen zu der Stadt. Der Bürgermeister kennt jeden oder man kann recht einfach einen Termin erhalten. In französisch sagt man, die „proximité“ (die Nähe).  Natürlich spielt auch das große Vereinsleben eine große Rolle. Über 250 Vereine in Cestas, von Kultur, Sport, humanitaire (Soziales) etc…

Viele Menschen treffen sich am Anfang des Jahres beim „les voeux du Maire“ (Neujahrsempfang des Bürgermeisters. Wenn der Bürgermeister am Anfang des Jahres den Vereinsverantwortlichen die Neujahrsansprache hält. Dann gibt es die „voeux aux sports“, (Begrüßung der Sportler) die „voeux aux nouveau habitants“ für die Bürger, die neu in die Stadt gekommen sind und letztendlich die „voeux aux Entreprises“ (Unternehmer).

Anfang März treffen sich vor allem viele junge Menschen für den carnaval auf der Strasse. Ok, nicht so wie in Ueberau, aber besser als gar nicht. Mitte Mai organisiert das Office Socio Culturel de Cestas „la Fete du pain“ (Brotfest) Es werden die ecole maternelle (Kindergarten) und Primaire (Grundschule) zum „Four à Pain“ (Backofen) eingeladen um dort mit den ehrenamtlichen Bäckern das Brot zu feiern, das in Frankreich ja fast heilig ist.

Mitte Mai gibt es auch beim „Fort Rainbow“ ein Indianer Festival mit amerikanischem Flair. Jedes Jahr sind fast 5.000 Menschen anwesend. Natürlich gibt es im Juni die verschiedenen Vereinsfeste mit den verschiedenen Tanzgalas. Im Sommer wird bei der Feuerwehr der 14. Juli, der Nationalfeiertag gefeiert. Ende August gibt es auch eine wichtige Veranstaltung: am 20 August wird dem großen Feuer von 1949 gedacht. Cestas hatte damals 16 Menschen verloren. Über 52.000 Hektar haben damals in der Region gebrannt.

Anfang September wird das Vereinsleben gefeiert mit dem „Forum des Associations“, wo sich alle Vereine vorstellen. Am Ende des Jahres gibt es noch eine wichtige Theater-Veranstaltung „tandem Theatre“ und das Jahr wird mit dem Laternenfest Ende des Jahres geschlossen.

Zwischendurch werden natürlich viele Feste in den Vereinen gefeiert oder und in den Orten wie: Salle des Sources, Monsalut oder Bouzet. Da wird an verschiedenen Plätzen, wie auch in Cestas gefeiert, getanzt oder wo einfach das Vereinsleben passiert. 

Recht herzliche Grüße 

Johannes

Anmerkung: Johannes Wiechert ist als adoptiertes Kind einer belgischen Familie in Ueberau aufgewachsen, bekam als Jugendlicher vom Comité de Jumelage ein Angebot zur Mitarbeit und lebt seither in Cestas.

Standardbild
Helmut Biegi
Pressesprecher
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